Apfelstrudel nach unserem Bayerischen Familienrezept

Für mich ist der Herbst endgültig da, sobald wir den ersten Apfelstrudel backen. Die selbst geernteten Äpfel aus unserem Garten, der Duft des im Ofen backenden Strudels… Es gibt kaum etwas Schöneres! Bei uns ist es Tradition den Strudel gemeinsam zu backen und jeder hat seine eigenen Handgriffe, die genau auf einander abgestimmt sind. Schon meine Oma hat im Herbst immer Strudel gebacken!
Leider hält der Strudel meistens nicht länger als einen Tag, denn die Arbeit lohnt sich und er ist ein wahrer Genuss!

Natürlich kann man auch einen fertigen Strudelteig kaufen, allerdings haben wir dies noch nie getan, da wir dieses Strudelrezept von allen am meisten mögen.

Zunächst einmal das Grundrezept für den Strudelteig, es muss nicht zwingend ein Apfelstrudel werden, sondern kann auch ein herzhafter Strudel werden – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Grundrezept für einen Strudelteig (Orientierung an „Bayerisches Kochbuch“ von Helmut Lydtin und Maria Hofmann*):

250g Weizenmehl (möglichst fein)
eine Prise Salz
ein gutes Stück Butter (im Kochbuch steht 20g, wir machen das eher nach Gefühl)
1 Ei
125ml lauwarmes Wasser

Der Teig:

Das Mehl durchsieben und mit dem Salz vermengen. Hier scheiden sich die  Geister. Wir vermischen die Komponenten von Hand, daher empfehle ich mal diesen Weg. Also, das Mehl auf einen sauberen Tisch zu einer „Mehlgrube“ aufhäufen. Anschließend das lauwarme Wasser, die zerlassene Butter (Achtung, nicht dass die Butter zu heiß ist und ihr euch beim Vermengen die Hände verbrennt, das gleiche gilt für das Wasser) und das Ei hinzugeben und schnell vermengen.

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Parallel muss ein Topf aufgewärmt werden, den ihr später für den ruhenden Teig benötigt. Wir machen das indem wir einfach ein wenig heißes Wasser kochen, der Topf muss groß genug sein, dass 2 Portionen Teig gemütlich darunter Platz haben.
Nun den Teig „abschlagen“. Hier kommt bei uns eine ordentliche Portion Wut hinzu, die braucht man nämlich, um Teig angemessen abzuschlagen, bis er die sogenannten Zungen wirft. Man wirft den Teig also mit voller Wucht auf den Tisch und denkt dabei an jemanden oder etwas, auf das man sehr, sehr wütend ist.

Jetzt könnt ihr den Teig in 2 gleichgroße Stücke teilen, glatt formen und mit dem Rest zerlassener Butter (ihr braucht wirklich viel zerlassene Butter, 20g reichen unserer Meinung nie und nimmer aus) bestreichen. Den vorgewärmten Topf über die auf dem Tisch liegenden Teigkugeln stülpen und eine halbe Stunde ruhen lassen.

 

Während der Teig ruht, könnt ihr die Füllung vorbereiten. Dafür benötigt ihr:

Zutaten für die Füllung:

Eine halbe Packung sauren Rahm
1 ½ – 2kg Äpfel (wir mixen saure Äpfel und süßliche, die eher zerfallen)
50-100g Zucker (je nach gewünschter Süße)
eine ordentliche Prise Zimt
50g Rosinen (am besten in ein wenig Wasser oder falls gewünscht in Rum einweichen)
0,25ml Milch (zum Backen in der „Bratreine“)

Jetzt kommt der etwas mühselige Teil: Die Äpfel müssen alle geschält werden, es lohnt sich aber! Diese müssen noch in feine Scheiben geschnitten werden, um mit den abgetropften Rosinen vermengt werden zu können (ich liebe Apfelstrudel mit Rosinen, sie müssen aber nicht zwangsweise hinzugegeben werden). Noch den Zucker mit ein wenig Zimt (Menge je nach Geschmack) zu der Mischung geben und die Füllung ist fertig! Äpfel mit Zucker und Zimt in einer Schüssel gut durchkneten, damit sich die Äpfel schon mal vollsaugen.Falls sich Saft ergibt, den vor dem Backen über den Strudel gießen, der Zucker karamellisiert dann beim Backen.

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Parallel zur Vorbereitung der Füllung muss die Form vorbereitet und der Ofen vorgeheizt werden. Dafür ein wenig Milch in eine Reine geben, den Ofen auf 200 Grad vorheizen und weiter geht’s!

Sobald die halbe Stunde abgelaufen ist und alles für die Füllung vorbereitet wurde, muss der Strudelteig ausgerollt und ausgezogen werden. Legt dafür ein frisches, sauberes und glattes Küchentuch auf den Tisch oder die Arbeitsfläche. Die Teigkugeln nun einzeln auf dem mit Mehl bestäubten Tuch etwas ausrollen und dann mit den Fingerköcheln vorschichtig auseinanderziehen, so dünn dass das Muster des Küchentuches erkannt werden kann.

Den ausgezogenen Teig erneut mit zerlassener Butter bestreichen und die Füllung gleichmäßig darauf verteilen, die Ränder freilassen. DSC_2813

 

 

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Je nach Geschmack können die Ränder ein wenig eingeschlagen werden, wir verzichten darauf und rollen den Teig sorgfältig mit Hilfe des Handtuchs ein und hieven ihn gemeinsam in die vorbereitete Reine.

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Das Prozedere für die zweite Teigkugel wiederholen und die in der Form liegenden Strudel ein letztes Mal mit Butter bestreichen. Ab in den Ofen! Die Backdauer liegt zwischen 30-45 Minuten, bei ca. 200 Grad auf der mittleren Schiene. Nach der Hälfte der Backzeit wird der Strudel noch einmal mit heißer Milch übergossen, damit er schön saftig wird.

Vorsicht: Lasst den Strudel einige Zeit abkühlen, nachdem ihr ihn aus dem Ofen geholt habt, sonst verbrennt ihr euch ordentlich! (Das passiert uns regelmäßig, weil wir es nicht abwarten können!)

Lasst es euch schmecken!

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*keine Werbung.

 


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