„Wir bekommen Hühner“

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Lea:

„Wir bekommen Hühner!!!“

So überraschte mich meine Mutter an einem Freitagabend Ende April, kurz bevor ich auf dem Weg zu einer Party war.
Ich war ein wenig überwältigt von dieser spontanen Aussage, 800km weg von daheim, zwischen Tür und Angel. Und natürlich war es der Party Gag schlechthin!

Aber so spontan war diese Entscheidung eigentlich gar nicht. Seit ich ein kleines Kind war und meine Eltern mit mir zusammen die Wilde Hühner Phase durchgemacht haben, war der Wunsch eigene Hühner zu haben ziemlich präsent. Wir hatten damals eine junge Katze, die uns auf Trab hielt und es stand all die Jahre (ich habe nie aufgehört mir Hühner zu wünschen) außer Frage. Ich hatte sogar eine Reihe von Namen für potentielle Hühner in petto (ich war ein großer Fan von Cornelia Funke Büchern), besonders die Namen aus dem Buch „Potilla die Mützenfee“ haben es mir angetan. Daher auch der Name von Pentaglottis.

Nun zurück ins Jahr 2018: Der Entschluss, endlich die ersehnten Hühner zu kaufen, kam ja nicht von irgendwoher!

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Claudia:

Auch mit meiner Freundin Rosi habe ich seit Jahren bei unseren Freitagabend Treffen davon geträumt Hühner anzuschaffen. Es wurden sogar schon verschiedene Plätze in meinem Garten oder auf ihrem Grundstück in Betracht gezogen. Allerdings dachten wir immer: „Ach so in der Stadt kann man doch keine Hühner halten. Die Regeln sind bestimmt zu streng und Platz haben wir auch nicht genügend.“ Tja, im Frühjahr 2018 war es dann doch soweit Rosi hat einen Hühnerstall bestellt und wir haben uns intensiv mit Hühnerrassen und Hühnerhaltung beschäftigt. Die Entscheidung fiel auf Sperber, Marans und Grünleger. Nach einer Umfrage bei den Nachbarn und Bekannten bekamen wir auch eine ganze Reihe von Tipps für Hühnerhaltung. Es sind deutlich mehr Menschen mit eigenen Hühnern aufgewachsen, als man normalerweise annehmen würde.

Am Freitag, den 11. Mai, ging es los. Erst Embsen, wo wir unsere zwei Sperber holten. Es war ein Geflügelbauernhof, der es einem als Käufer überließ sich die Hühner auszusuchen. Das heißt: Ich bin rein in das Gehege und habe uns Carlotta und Pentaglottis unter großen Anstrengungen geschnappt. Lasst euch sagen, die können rennen! Es war sofort klar, welche zwei unsere Hühner werden sollten, Carlotta hatte sich hinter allen versteckt und Pentaglottis zeigte wahre Meisterleistungen im Rennen!

Deutlich schwieriger war es, die reinrassigen Marans und Grünleger zu bekommen und erst beim zweiten Anlauf kamen wir mit einem strahlend weißen Grünleger, Frieda, und dem kleinen schwarzen Marans, Annabelle, nach Hause. Es muss erst ein Züchter gefunden werden, da beide reinrassige Zuchthühner sind und die Sperber eher herkömmliche Hühner.

Aber auch hier war die Übergabe ein Erlebnis. Wir äußerten unsere Wünsche und kurze Zeit später kam der Züchter aus seinen verschlungenen Gehegen mit einem strahlend weissen Huhn auf uns zu und drückte es uns in die Hand. Ich griff beherzt zu und hatte die spätere Frieda im Arm. Dann kam er kurz darauf mit einem schwarzglänzenden Huhn zurück – die von uns sehr viel später getaufte Annabelle. (Hier fiel uns die Auswahl des Namens am schwersten, die anderen hatten intuitiv sofort den passenden Namen.) Ich nahm sie mit dem mir ans Herz gelegten Griff an den Flügelansätzen und entließ sie in den bereitstehenden Karton.

Um das Hühnerhaus herum hatten wir ein Gehege mit einem hüfthohen Zaun abgesteckt und mit einem Vogelnetz bedeckt. Uns war aber zu dem Zeitpunkt noch nicht klar, wie gut Hühner fliegen können!

Die Hühner haben sich sofort heimisch gefühlt und erst mal ihr neues Haus inspiziert!
Bereits nachdem wir die ersten beiden Hühner in das Gehege und in den bereitstehenden Stall entlassen hatten, kamen die ersten Probleme. Es gab ja auch noch eine Katze – Libelle – die zu dem Haushalt gehörte. Als Junghennen kennt man ja sowas gar nicht. Das erste Zusammentreffen war ein Desaster. Die Hühner stoben auf und verteilten sich in alle Himmelsrichtungen – den ein Meter hohen Zaun total missachtend. Wir erwähnten das Problem beim zweiten Hühnerkauf (Frieda und Annabelle) und der Züchter bot uns sofort an, bei beiden die Flügel zu stutzen. Voller Entsetzen wiesen wir das Angebot zurück!

 

Schon bald wurde das Gehege erweitert und das Vogelnetz, in dem sich die Hühner immer verheddern hatten, entfernt. Jetzt waren unsere Hühner freilaufend und das sind sie bis heute, denn der Zaun ums Gehege stellt kein Hindernis dar Er gibt ihnen nur ein Gefühl dafür, wo sie zu Hause sind.

 

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