Über den Genuss – Teil I.

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„…Denn Genießen war noch nie ein leichtes Spiel…“
– Konstantin Wecker

Für mich ist Genuss gleichbedeutend mit Kochen, denn wenn ich koche genieße ich das Essen sozusagen 5-fach:

  • Ich denke darüber nach, was ich kochen möchte –oft morgens im Bett gleich nach dem Aufwachen. Dabei stelle ich mir ganz konkret vor, was zu dem Tag passen könnte, welche Jahreszeit es ist, was sonst am Tag so los ist – gehe ich arbeiten und es soll schnell gehen oder ist Wochenende und ich kann in Vorbereitungen schwelgen. Und wenn ich im Urlaub bin, dann natürlich was ist landestypisch für die Gegend, was sind die lokalen Produkte und Spezialitäten. Manchmal stelle ich mir nur die Zutaten vor und überlege, welche Kombination gut sein könnte. Ein andermal ist es ein ganz klares Rezept, das ich im Kopf habe. Ich genieße es, mir den Geschmack auf der Zunge vorzustellen und mit verschiedenen Geschmacksrichtungen im Geiste zu spielen.

 

  • In der zweiten Stufe mache ich mich auf die Suche nach dem passenden Rezept. Meine Kochbuchsammlung besteht aus mehr als 300 Büchern. Ich genieße es, mir die Zeit zu nehmen, in den Kochbüchern zu blättern, mich von neuen Vorschlägen inspirieren zu lassen und meine Vorstellung entsprechend anzupassen oder auch ganz über den Haufen zu werfen. Dabei gibt es viele Favoriten, je nachdem ob ich mehr mit Gemüse oder mehr mit Fleisch koche, ob Sommer oder Winter oder ob es um ein ganz bestimmtes Gericht geht, werde ich schnell fündig oder muss sehr lange suchen. Wenn es nur um die Kombination der Zutaten geht, greife ich inzwischen doch recht oft auf Google zu, um erst Mal ein paar Ideen zur Zubereitung zu bekommen.

 

  • Einer meiner liebsten Schritte ist jetzt der Gang auf den Markt. Ich genieße es, die einzelnen Zutaten zu begutachten und die besten auszuwählen. Zu Hause heißt das, am Samstagmorgen über den kleinen Wochenmarkt am Benqueplatz in Bremen zu schlendern. Dort kennt mich jeder Händler persönlich, kennt meine Vorlieben und hat immer eine kleine Geschichte oder einen Scherz parat. In fremden Städten ist es die Sammlung neuer Eindrücke und oft auch die Entdeckung neuer Zutaten. Ich tauche ein die Gerüche und Geräusche und vergesse alles andere. Die ursprüngliche Vorstellung des Rezepts wird jetzt den verfügbaren Zutaten angepasst, erweitert oder ganz verworfen und neu komponiert. Gerne schließe ich den Marktbummel mit einem kleinen Glas Wein und weiteren Gedanken zur Zubereitung ab.

 

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  • Nun geht es ans Kochen. Ich genieße es mit einer ordentlichen Vorbereitung zu beginnen. Dabei ist mir ganz wichtig , früh genug anzufangen, erst mal meine Messer zu schärfen, das Gemüse zu putzen, die Soße anzusetzen und dann ganz ohne Zeitdruck entspannt zum „Coup de Feu“ – dem Moment, in dem alles gleichzeitig fertig sein muss, zu kommen. Am liebsten trinke ich dazu zur zeit ein Glas Lillet mit Tonic und einem Streifen Zitronenschale, natürlich auf Eis. Wichtig ist mir, dass auch der Tisch schön gedeckt ist und die Teller vorgewärmt. Am liebsten richte ich auch das fertige Essen in der Küche auf den Tellern an und kann so das Ganz kunstvoll arrangieren.

 

  • Der Höhepunkt des Genusses ist dann schließlich das Essen, vor allem wenn es meiner Familie und meinen Freunden richtig schmeckt.

 

– Guten Appetit!

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